Jowat zeigt neue Klebstoffe für die Automobilindustrie

12. Juni 2013

Auf der Techtextil 2013 in Frankfurt präsentiert die Jowat AG für die Automobilindustrie ihre neuesten Klebstoffentwicklungen für Kaschierung von Trägermaterialien wie NFPP und PP, die im Fahrzeuginnenraum ihre Anwendung finden.

Jowat-LogoDie thermoplastische Vorbeschichtung von diversen Dekorwaren – im Zuschnitt oder als Rollenware – mit Polyamid- (PA) oder Polyester-schmelzklebstoffen (PES), ist im Interieurbereich der Automobilindustrie seit längerem bekannt. Gefügt werden diese Substrate in Serienprozessen, beispielsweise mittels Presskaschierung auf entsprechende Trägermaterialien. Dabei wird der vorbeschichtete Schmelzklebstoff unter Temperatureinwirkung reaktiviert und bildet eine hochfeste Verbindung zwischen Dekorware und Träger.

In jüngster Vergangenheit kommen vermehrt neue Trägermaterialien in der Automobilindustrie zum Einsatz. Ein Beispiel hierfür sind Naturfaser-Polypropylengemische kurz NFPP. Die Verwendung dieses Trägermaterials steigt, da es eine Reihe von Vorteilen bietet: NFPP ist im Vergleich zu ABS-Trägern deutlich leichter und reduziert somit Gewicht und CO2-Ausstoß der Fahrzeuge. Nachwachsende Rohstoffe wie Flachs und Sisal bilden die Naturfaseranteile und stellen den Aspekt der Nachhaltigkeit in den Fokus. Die Herstellung der Träger ist kostengünstig, da die Formgebung mittels Heißverpressung erfolgen kann – die teure Spritzgusstechnik wird somit obsolet. Die Herausforderung der Klebstoffindustrie besteht nun darin, diese neuen NFPP-Trägermaterialien mit ihren niedrigen Oberflächenspannungen prozesssicher und kostengünstig zu kaschieren.

Die neuste Entwicklung aus der Jowat-Toptherm Produktfamilie ermöglicht die Vorbeschichtung von Dekoren zur zuverlässigen Kaschierung auf NFPP-Trägern. Eine Vorbehandlung der NFPP-Oberfläche ist zudem im Vorfeld nicht notwendig. Bei den Dekorwaren kann es sich um Textilien oder um TPO-Folien – mit und ohne Schaumrücken – handeln. Dieser Polyolefin (PO)-Schmelzklebstoff verfügt über hervorragende Adhäsionseigenschaften auf niederenergetischen Oberflächen wie NFPP und deckt gleichzeitig die hohen Anforderungen der Automobilindustrie an Temperaturbeständigkeit und Klebfestigkeit ab.

Auch durch den Einsatz eines reaktiven Schmelzklebstoffes auf Polyolefinbasis (POR) werden hohe Effizienzgewinne bei Innenraumkaschierungen erzielt. Dieser Klebstoff aus der Jowatherm-Reaktant® Produktfamilie ermöglicht den Verzicht des Prozessschrittes Vorbehandlung von Polypropylen (PP)-Trägeroberflächen für die Klebung.

Zu den gängigen Trägermaterialien, die in Fahrzeuginnenräumen ihre Anwendung finden, gehört Polypropylen (PP). Aufgrund der sehr niedrigen Oberflächenspannung von PP-Trägermaterialien, war bisher die durchgängige Benetzung mit Klebstoff bei der Kaschierung eine Herausforderung. Eine Vorbehandlung der Trägeroberfläche war zumeist zwingend erforderlich.

Mit der Entwicklung des POR-Hotmelts, kann auf eine Vorbehandlung der PP-Träger mit niedrigen Oberflächenspannungen verzichtet und dennoch eine vollständige Benetzung mit Klebstoff erreicht werden. Bei diesem Klebstoffsystem erfolgt, zusätzlich zur thermoplastischen Verfestigung, eine chemische Vernetzung des Klebstoffs durch Luftfeuchtigkeit. Im Ergebnis werden eine sehr gute Adhäsion zu den Substraten und eine hohe Wärmebeständigkeit des Klebverbundes erzielt. Die hohe Anfangsfestigkeit in Kombination mit einer kurzen Offenen Zeit unterstützen die, in der Automobilindustrie üblichen, kurzen Taktzeiten im Produktionsprozess – wichtig besonders bei Trägern mit aufwändiger Geometrie.

Sowohl Jowat-Toptherm, als auch Jowatherm-Reaktant auf Polyolefinbasis sind bereits bei namhaften Automobilherstellern im Serien-Einsatz.

 

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